Ein Schreiben

Der folgende Text entstand, nachdem ich Konzertkarten als Einschreiben verschickt hatte – ich Depp!

Heute möchte ich euch einen Messenger-Dienst vorstellen, der zwar nicht mehr so neu ist, dafür extrem ungewöhnlich. Er nennt sich POST und setzt darauf, dass Messages persönlich geschrieben, geschickt und überbracht werden.

Das hat aber nichts mit posten zu tun – bei denen heißt das schicken. Nicht Chicken!

Die schicken die Messages in kleinen Tüten, die man zukleben kann, wodurch man gleich sieht, ob die jemand gehackt hat.
Doof ist nur, dass man nicht sieht, ob der Provider selbst die Message gehackt hat, denn dann kommt sie oft gar nicht erst an. Man muss dann nicht im Spamfilter suchen. Es gibt keinen. Alle Nachrichten landen im Posteingang, einem sogenannten Briefkasten.

Durch das manuelle Überbringen der Messages erhöht sich allerdings die Dauer der Übertragung etwas und macht das Chatten zum Geduldsspiel. Ein Tag pro Nachricht ist schon sehr schnell.

In ländlichen Regionen dieses Industrielandes wird man jetzt sagen: Was, nur ein Tag? So was Schnelles gibt es schon? Da ist die Post oftmals noch schneller, als das Internet!

Ein Vorteil ist die unbegrenzte Zeichenzahl, dafür gibt es aber eine Gewichts- und Größenbegrenzung. Kurz gesagt, je größer und schwerer desto teurer.
Leider nimmt der Anbieter aber immer noch eine Gebühr in Form von Klebemarken.

Es gibt drei Qualitätsstufen: Brief, Einschreiben Einwurf, Einschreiben gegen Unterschrift des Empfängers.

Zwar ist es Aufgabe der Post generell, Messages zu überbringen, aber da das eigene Netz scheinbar Lücken aufweist, lässt man sich das Schließen dieser Lücken durch den User bezahlen. Das ist ein ausgeklügeltes System, welches hoffentlich nicht Schule macht, nach dem Motto: Ich lasse die Bremsen meines Autos reparieren, aber wenn ich ganz sicher gehen will, dass die auch bremsen, muss ich was draufzahlen. Dumm nur, wenn man das tut und die Message kommt trotzdem nicht an.
Ich habe das mit einem Einwurf-Einschreiben getestet – nicht absichtlich.

Meine Hoffnung bestand anschließend in dem sogenannten Kundenservice, dessen einzige Schwäche allerdings darin besteht, dass die nichts wissen, sondern nur der Service sind.

Service, servieren, abservieren – das ist nicht deren Slogan, sondern deren Handeln. Ich habe da fünf Mal in zwei Monaten angerufen und kann bestätigen, dass es allen Servierern leidtat, sie nichts machen können und ich übrigens auch nicht. Nur warten. Worauf?

Auf Post von der Post, in der dann steht, ob man das Einschreiben gefunden hat oder nicht.

Die recherchieren nämlich mit einem unheimlichen Aufwand, wo das Einschreiben stecken könnte und möchten dabei nicht gestört werden. Theoretisch gibt es allerdings nicht so viele Möglichkeiten, denn das Ding hat einen Barcode und verlässt bis zum Empfänger eigentlich nicht das interne Postsystem.

Darum fällt bei der Recherche zum Beispiel die komplette Kanalisation in Dresden weg, ebenso wie die Bistros der Drogenmafia. In meinem Fall haben sich mehrere Tausend Mitarbeiter um mein Einschreiben bemüht und erst als gar nichts mehr ging, die ganze Firma ratlos war, also schon nach nur 61(!) Tagen seit Anzeige des Verlustes, hat man mir die traurige Verlust-Nachricht per Brief übermittelt.

Das fand ich toll, denn die etwa 140 Zeichen hätte man mir auch twittern können oder als SMS schicken. Nein, da schreibt man noch persönlich!  Also der Computer.
Übrigens mit dem Hinweis, dass ich mich bei Fragen gern an den Kundenservice wenden könne. Man sei gern für mich da. Oder anders formuliert: Nach dem kleinen Fehlschlag lässt man sich nicht entmutigen und stellt sich sofort einer neuen Herausforderung, in Form eines Briefes oder so. Toll und danke dafür, liebe Post!

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