HUNDE

Gelegentlich entstehen Texte aus einer Emotion heraus und nicht immer sind es Glücksgefühle gewesen. Bei diesem Text war es ein Fehltritt, der mich animierte…

Der Hund ist des Menschen bester Freund, sagt man. Allerdings verpflichtet es zum Glück nicht jeden Menschen, einen Hund zum besten Freund zu haben. Ich zähle privat eher andere Menschen dazu, auch wenn diese nicht vor mir auf dem Rücken liegen und sich genussvoll kraulen lassen. Ehrlich gesagt, fände ich dieses Verhalten bei meinen männlichen Freunden sogar etwas befremdlich.
Mit dem Schwanz wedeln auch die wenigsten von ihnen, jedenfalls nicht wegen mir.

Dennoch gibt es natürlich viele Menschen, deren bester Freund der Hund ist, was an der zunehmenden Vereinsamung in der Gesellschaft liegen kann oder daran, dass Herrchen oder Frauchen einfach mal keine anderen Freunde finden.

Das kann wiederum an denen selbst, deren Verhalten oder ihrem beschissenen Aussehen liegen. Oder, weil der Hund schon der beste Freund ist und andere Menschen aus dem Freundeskreis verdrängt hat.

„Kommste mit ins Kino?“, fragt man diese.
„Nee, hab keen für’ n Hund.“, ist oft die Antwort.
Zugegeben, dieser Dialog könnte auch zwischen jungen Eltern mit Kind und einem anderen Paar ohne Kind stattfinden. Der Unterschied ist der, dass man mit Kind nachts kaum noch Gassi gehen muss.


Wie auch Kinder, sind Hunde nicht alle gleich.
Es gibt Rassetiere mit Stil.
Es gibt den Hund, der geboren wurde um getragen zu werden, weil man den kleinen Dingern unterm Bauch das Laufen nicht zumuten kann.
Es gibt den Kläffer, die faule Sau, den treuen Gefährten, den lieben Kerl und den Kampfhund.
Auch Äußerlich sind Hunde sehr verschieden. Es gibt den weißen, den hellen Typ, den braunen und natürlich den schwarzen Hund. Übrigens habe ich noch nie gehört, dass ein weißer einen schwarzen Hund wegen seiner Fellfarbe angegriffen hätte.
Aber, egal wie groß die Unterschiede sein mögen, ein paar Sachen haben alle Hunde gemeinsam. Hunde wollen nur spielen!


Jedenfalls sagen das deren Besitzer, wenn ein Hund gerade den Ball meiner kleinen Tochter zerbeißt oder mit Vollgas auf sie zugerannt kommt. Manche Hunde sind nicht kleiner als meine Tochter und die meisten Hunde sind sogar viel größer. Dafür kann der Hund aber nichts, vielmehr liegt das an meiner Tochter, die sich mit ihren 22 Monaten weigert, schon Einsfünfzig sein zu wollen.


Viele Hunde sind auch enttäuscht, dass meine Kleine nicht mit ihnen spielen will, obwohl sie zärtlich an ihrer Hand schlecken und sie mit den Pfoten liebevoll umgarnen.
Meine sture Tochter schreit daraufhin immer los und fühlt sich belästigt. Selbst den erklärenden Worten der Hundebesitzer, „der Hund will nur spielen“ bringt sie eher eine arrogante Ablehnung entgegen.
Das tut sie übrigens auch, wenn ich ihr das Essen lecker reden will.
Und immer das Geschrei. Sie weigert sich ernsthaft, mit dem Hund oder deren Besitzern zu reden, obwohl sie fast 23 ist, also Monate.

Ich kann verstehen, dass viele Hundebesitzer darauf geschockt reagieren. Ich bin selbst immer traurig, wenn ich sehen muss, wie meine Tochter die Zuneigung und Mühe der Hundebesitzer solcherart zurückweist. Zumal wir uns oftmals auch auf ausgesuchtem Hundegebiet bewegen, also dort, wo der Mensch nicht oder nur als Hundebesitzer hin darf. Zum Beispiel auf den Elbwiesen.


Welch herrlich verspieltes Bild, wenn sich zwei Hunde, groß wie halbe Milchkühe, jagen und dabei um meine Tochter toben, die ihnen wahrscheinlich als Baum erschienen ist. Bei manchen Hunden dieser Art, kann ich nur hoffen, dass die nicht wirklich denken, sie sei ein Baum und ihr Geschäft an ihr verrichten. Das Kind würde doch weggespült!


Machen Hunde überhaupt an Bäume? An den Elbwiesen nicht, logisch, weil da kaum Bäume sind. Darum machen die irgendwo ihre Tretmine hin, wo es keinen stört. Dummerweise tun das Tausend andere Hunde auch, was eben ein gigantisches Minenfeld zur Folge hat.
Ansonsten machen Hunde gern exakt in die Mitte eines Fußweges. Meine Tochter neigt nun dazu, viele Dinge in die Hand zu nehmen, um sie mir dann mit der Erklärung „Berg“ zu zeigen. Aber nicht immer tun sie es in der Mitte. Bei uns zum Beispiel kacken sie an den Rand, dummerweise direkt unter dem Briefkasten, was man manchmal nicht gleich sieht.


Wenn ich von der Größe des Haufens auf die Größe des Hundes schließe, überkommt mich manchmal ein kalter Schauer. Gibt es etwa Hunde, die so groß sind wie Pferde? Und wieso darf ein Hund straffrei kacken wo er will und ich muss schon beim Pipi Fünfzig Cent bezahlen, was definitiv nicht so stinkt und auch nicht am Schuh anderer klebt?
Egal wie, ich halte den Hund in jedem Fall für unschuldig! Der Mensch beansprucht für sich, intelligent zu sein. Manchmal könnte er es ruhig auch zeigen…

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